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LOKALBERICHT
Lokaljournalisten erschaffen eine Welt. Mit dem Machen von Nachrichten gilt diese Berufsnorm im Großen wie auch in der Provinz: Das gestohlene Fahrrad, die Termine des Männergesangsvereins
oder der örtlichen Feuerwehr - Löschzug Kleinreed - all das hat den gleichen Kick wie der Raubmord in der benachbarten Großstadt. Schwer verständliche Sprache,
allzu genaue Zahlenangaben sowie ausgefeilte Stilfiguren sind hier fehl am Platz. Dennoch: Journalistische Sauberkeit erfordert auch hier schreiberische Disziplin - aller sonst üblichen Fast-Food-Mentalität zum Trotz.
UNFALLBILANZ 2009
WENIGER VERKEHRSOPFER IN SCHLESWIG-HOLSTEIN
Kiel. Noch nie seit 1952 gab es so wenige Verkehrstote in Schleswig-Holstein wie im Jahr 2009.
Das und weitere zentrale Ergebnisse der Unfallbilanz gab Schleswig-Holsteins Innenminister Dr. Max Rieger heute,
am 6. September, in Kiel bekannt. Die Bilanz weist eine gegenüber dem Jahr 2008 um 16,8 Prozent oder 678 Personen
gesunkene Zahl der Verkehrstoten aus. Auch die Zahl der Verletzten ist nach dem Bericht rückläufig: Sie liegt um
rund fünf Prozent niedriger als im Vorjahr.
Die rückläufige Zahl der Unfallopfer zeigte sich besonders auf den Autobahnen Schleswig-Holsteins: Dort waren es
21,4 Prozent weniger Verkehrstote und auch die Zahl der Verletzten ging um 4,8 Prozent zurück. Schleswig-Holstein
passt sich damit einem bundesweiten Trend an. Auch insgesamt passierten auf den Autobahnen Schleswig-Holsteins nur
wenig Unfälle: Während sich rund drei Viertel aller Unfälle auf innerörtlichen Straßen ereigneten, waren es auf den
Autobahnen nur sieben Prozent. 18,7 Prozent der Unfälle passierten auf überörtlichen Straßen.
Bei den Ursachen für Unfälle stand mit rund drei Vierteln das Rasen auf Platz Nummer eins. Ursache etwa jedes fünften
Unfalls waren falsches Abbiegen und Wenden (20,5 Prozent) oder Fehler bei der Vorfahrt (19 Prozent). Danach folgten zu
geringer Abstand (11,6 Prozent) und Alkohol (10,1 Prozent). Weitere Auslöser für Unfälle waren gemäß der Statistik falsches
Verhalten von oder gegenüber Fußgängern.
Vor allem die Hauptursachen für Unfälle will der Minister dieses Jahr bekämpfen. Blitzer will er aber nur noch an
Unfallschwerpunkten aufstellen. Er sei gegen Radarfallen: "Falls es irgendwo eine Jagd auf Strafzettel mit technischem
Gerät geben sollte, werde ich sie unterbinden." Das Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Polizei dürfe nicht unnötig
belastet werden, so der Minister weiter.
Erfolgversprechender sei es, Gefahrenpunkte zu entschärfen. Die örtlichen Verkehrsverhältnisse seien nämlich zu fast 55 Prozent "mitschuldig" an Unfällen. Das habe eine Untersuchung von rund 1300 Kreuzungen und besonders unfallträchtigen Straßenabschnitten im letzten Jahr ergeben. "Die entsprechend von uns informierten Verkehrs- und Baubehörden pflegen auf derartige Hinweise schnell zu reagieren", so der Minister.
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