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Ratgebertext
Wie findet man einen guten Babysitter?
Die meisten Eltern nehmen eines Tages die Dienste eines Babysitters in Anspruch – sei es für eine kurze Kinderpause
oder aus beruflichen Gründen. Das schadet den Kleinen nicht, vorausgesetzt, man lässt das Kind in bester Obhut. Wir geben
Tipps für die Babysittersuche.
Natürlich werden die Eltern zunächst bei der Oma, dem Opa, einer Freundin oder Nachbarin fragen. Das erspart Eltern und
dem Kind die Überwindung, sich einer fremden Person anzuvertrauen. Mit etwas Gespür lassen sich jedoch auch außerhalb des
vertrauten Rahmens vertrauenswürdige Babysitter finden:
- Über Babysitter-Agenturen oder freiberufliche Vermittlungen
- Städtische oder kirchliche Einrichtungen
- Über Babysitter-Plattformen im Internet - vor allem in Großstädten eine Lösung
- Auf Aushängen oder über ein eigenes Gesuch in Kindergärten, Schulen, in der Uni
- Über Aushänge bei Kinderärzten – sie vermitteln oft den Kontakt zu eigenen Adressen
- Durch Inserate in der örtlichen Presse wie Lokal- oder Regionalzeitungen
- Über Nachfragen in der direkten Umgebung – hier gibt es oft zugleich wertvolle Hinweise auf die Qualität eines Babysitters
Worauf sollte man achten?
Auf ein gutes Maß an sowohl fachlichen als auch persönlichen Kompetenzen des Babysitters:
- Kenntnisse in der Säuglingspflege – Baden, Windelwechsel, richtiges Halten und Füttern gehören zum Grundwissen eines
Babysitters
- Kenntnisse in der Spielpädagogik – anregungsreiche und altersgerechte Beschäftigungsideen, die das Kind nicht überfordern
- Kenntnisse in erster Hilfe am Kind bei Notfällen oder Krankheit
- Die Fähigkeit, oft unklare Äußerungen ganz kleiner Kinder richtig zu deuten
- Durchsetzungsfähigkeit bei größeren Kindern
- Die Fähigkeit zum ruhigen und besonnenen Handeln, auch in Notfällen
- Freude am Umgang mit Kindern und selbständig signalisiertes Interesse für Vorlieben oder Ängste des Kindes
- Referenzen oder Qualifikationsnachweise, etwa ein Fachkurs beim BRK oder bei vergleichbaren Sozialträgern
Auf der sicheren Seite ist man mit einem Babysitter, der eine regelrechte Ausbildung oder einen Fachkurs im Bereich
Kinderbetreuung absolviert hat. Das kann eine Kinderkrankenschwester im Erziehungsurlaub sein, eine Erzieherin im Nebenberuf,
ein Student der Pädagogik oder die Absolventin eines DRK- Babysitter-Fachkurses. Manche Vereinigungen wie der
Kinderschutzbund, Familienbildungsstätten oder auch Kliniken bieten spezielle Lehrgänge für Babysitter an, die sich
suchende Eltern als Referenz vorlegen lassen können.
Ob ein Kind eine solche professionelle Betreuung benötigt, bleibt der Entscheidung und vor allem dem Budget der Eltern
überlassen: Während ein Schüler fürs Babysitting zwischen fünf und zehn Euro pro Stunde nimmt, können es bei einer Fachkraft
schon mal um die 15 Euro sein.
Persönliche Eigenschaften des Babysitters
Geduld, Verantwortungsbewusstsein, Achtsamkeit im Zusammenhang mit Gefahrensituationen und allen voran Kinderliebe sind
wichtige Eigenschaften eines guten Babysitters. Aber auch seelische und geistige Reife, ein ausgeprägtes Sensorium für die
Bedürfnisse eines Kindes und die Bereitschaft zum Trostspenden gehören dazu. Idealerweise ist der Babysitter selbst Vater
oder Mutter. Das Motiv für das Babysitting sollte nicht vorrangig das Geldverdienen sein – Sie finden es am besten im
Vorgespräch heraus. Welche der genannten Faktoren am stärksten zum Tragen kommen sollte, bleibt den Eltern und ihrem
persönlichen Erziehungsstil überlassen. Die Bereitschaft des Babysitters für den richtigen autoritären Moment kurz vor
dem Einstürzen der eigenen vier Wände mag für manche Eltern dabei nicht an letzter Stelle stehen.
Das Alter des Babysitters
Das Alter des Babysitters an sich ist noch kein Qualitätsmerkmal. So kann ein 16-jähriger Schüler auf ein nur wenige Jahre
jüngeres Kind einen überraschend positiven Einfluss ausüben – und vielleicht mehr Vorbildwirkung erzielen als mancher
Erwachsener. Und eine ältere Dame mit einem reichen Erfahrungsfeld an pädagogischen Einsätzen mag sich an der
Betreuungsresistenz eines Zehnjährigen abarbeiten. Hier ist es wichtig, sich bei der Auswahl des Babysitters vor
dem „Ernstfall“ ausreichend Zeit für eine persönliche Begegnung zu nehmen. Nicht alle Faktoren beim Babysittsing sind
messbar oder vorhersehbar. Ein „fundiertes Bauchgefühl“ ist hier oft die entscheidende Weichenstellung für ein
vertrauenvolles Babysitting.
Gut vorbereitet mit Probe-Babysitting
Das Vorgespräch und im Idealfall ein „Probesitting“ unter Anwesenheit der Eltern liefert meist schon wertvolle Hinweise auf
ein verlässliches Babysitting. Der „Ernstfall“ kann eintreten – vorausgesetzt, man gibt dem Babysitter neben einem
Ersatzschlüssel für den Notfall noch eine Babysittermappe an die Hand. Diese kann folgendes Material enthalten:
- Checkliste für Rituale wie Essen, Fernsehen und Schlafengehen
- Checkliste für Lebensmittel, die beim Kind Allergien auslösen könnten
- Versichertenkarte des Kindes
- Etwas Bargeld für den Notfall
- Ein Babysitter-Vertrag
- Die wichtigsten Telefonnummern der Eltern und Freunde oder Nachbarn, eines Kindernotrufes und der Giftzentrale
Eine gute Vorbereitung auf den ersten Abend ohne Eltern hilft allen Beteiligten, sich auf die neue Situation vertrauensvoll
einzulassen. Besonders wichtig am ersten Abend: Sie schleichen sich nicht weg. Kinder könnten sonst beim Einschlafen
nachhaltige Probleme und sogar starke Verlustängste entwickeln.
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