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Filmkritik: „WERNER-EISKALT!“: Revival eines Comic-Chaoten
Der stets motorisierte Kult-Held „Werner“ alias Brösel ist erneut am Start: Mit „WERNER-EISKALT!“ ist ab Juni ein neues Leinwand-Abenteuer zu erleben, das sich unbeugsamen „Werner“-Fans als Mix aus Live-Action und 2-D-Animation bietet.
Inhalt des Filmes: Die Geschichte erzählt die Wahrheit über Werner beziehungsweise Brösel beziehungsweise Rötger Feldmann, der mit seinem Kontrahenten „Holgi“ eine Rivalität der lebenslangen Sorte pflegt: Schon der Kinderwagen diente den beiden als Kampfgefährt, in dem sie sich erbitterte Wagenrennen lieferten. Das war ein Jahr nach Gründung der Republik. Und das Ringen um den Sieg röhrte ungebremst weiter, zuerst mit Moped und Roller, dann mit hochpotentem Material beim legendären Rennen von Hartenholm im Jahr 1988. Ausgangslage: „Holgi“ im roten Porsche und Brösel auf seinem Eigenbau-Dragster „Red-Porsche-Killer“, den vier aneinandergekoppelte Einzylinder-Horex-Motoren befeuerten.
Wie in jeder anderen Heldengeschichte ist auch in „WERNER – EISKALT!“ das Leben voll von widrigen Umständen: So haben die Bullen eigentlich immer irgendwie die Hand im Spiel, einmal wird Werners Maschine „konsifiziert“, dann wieder singen die „Wildecker Herzbuben“ und schließlich endet eine Heldenfeier zu Ehren Werners in Schutt und Chaos.
Als Brösel seine Erinnerungen an all diese Ereignisse zu Papier gebracht hat, muss er erschrocken feststellen, dass sich kein Mensch mehr für sein Werk interessiert. Ganz klar schuld daran sind die Mangas mit ihrem Verdrängungsfeldzug gegen die echte Comic-Kunst Brösels, bei der jeder wenigstens eine vernünftige Nase vorweisen kann. Der Zeichner ist frustriert – und auf Korsika kommt es schließlich zur Katastrophe: Bei einem „Flachköpper“, einer gekonnten Ausführung seiner Spezialdisziplin, dem Hechtsprung in flaches Wasser, scheint Brösel sein Leben verloren zu haben. Die Nachricht vom Ableben des Künstlers sorgt für ein großes Revival. Doch so leicht ist Brösel nicht totzukriegen...
kinder.de Filmkritik:
Was haben eine Gruppe abgewrackter Altrocker und die Prolo-Kumpels von „WERNER-EISKALT!“ gemeinsam? Sie sind vornehmlich mit sich selbst beschäftigt. Die zerknautschten und runtergerockten Gesichter in „WERNER-EISKALT!“ merken bei aller bölkstoffmotivierten Selbstbespiegelung nicht, dass sie ihre Fans um etwas bringen: Um ein Revival des kollektiven „Plopp“ der Achtzigerjahre, als „Werner“ noch Kult und seine Sprüche wie „Hau wech die Scheiße!“ trotz ihrer fäkalen Entlehnung noch Sprachwitz pur waren. Stattdessen ein wüstes Klamauk-Sammelsurium mit der Hektik eines Comic-Chaoten-Chaos, für das man eingefleischter Fan der Prolo-Anarcho-Kultur der Achtziger sein muss, um die Geschichte erträglich zu finden.
Dabei musste der Fan sich immerhin acht Jahre bis zum fünften und neuesten „Werner“-Film gedulden. Und bisher lief es gut: Fast 14 Millionen Besucher verzeichneten die Kinos bei den vier „Werner“-Abenteuern: „Beinhart“ (1990), „Das muss kesseln“ (1996), „Volles Rooäää!“ (1999), und „Gekotzt wird später“ (2003).
Selbst für den überzeugtesten „Werner“-Fan ist das neueste Leinwand-Werk keine rasante Helden-, sondern eine lahme Verlierergeschichte im Gewand einer Coming-of-Age-Story. So manche Altrocker spielen ihre letzten Gigs ein wenig für sich selbst und vielleicht haben die „Werner“-Helden ihr Spätwerk auch ein wenig für sich selbst fabriziert.
Fazit: Wer den puren Klamauk mag, dem sei der Film empfohlen. Für alle anderen lässt sich der Film auf einen Nenner bringen: Das Leben geht weiter.
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